Ausgabe #8 · 31.10.2026
Falsche Claude-Code-Extension, Claude Ultra & Unity für Agents
1) Gefälschte Claude-Code-Extension im Cursor-Marktplatz
Cursor hat am 29.10. eine Sicherheitswarnung veröffentlicht und am 30.10. aktualisiert. Im Extension-Marktplatz von Cursor standen die Versionen 2.1.312 und 2.1.313 von Anthropic.claude-code für Windows und macOS, die nicht von Anthropic stammten. Online waren sie am 29.10. etwa von 10:27 bis 21:35 Uhr deutscher Zeit. Laut Cursor sammelte die Extension Systemdaten: Hostname, Benutzername, Betriebssystem, Home-Verzeichnis, die Namen (nicht die Werte) von Umgebungsvariablen, Arbeitsverzeichnisse, Git-E-Mail und öffentliche IP. Außerdem trug sie einen fremden SSH-Schlüssel mit dem Namen svc-telemetry in ~/.ssh/authorized_keys ein und versuchte, SSH einzuschalten und einen Reverse-Tunnel aufzubauen. Das scheiterte laut Cursor in den meisten Fällen an fehlenden Admin-Rechten. Damit sie sich hält, legte sie auf dem Mac den LaunchAgent com.apple.sysmond an und unter Windows eine geplante Aufgabe namens SysMon. Wichtig: Die Extension nur zu deinstallieren reicht nicht. Cursor hat den Marktplatz vom Netz genommen, Schlüssel getauscht und alles neu aufgebaut, der Server der Angreifer ist offline. Betroffen sind laut Cursor höchstens 5.000 Nutzer, Anthropics eigene Systeme waren laut Anthropic nicht kompromittiert. Die saubere Version ist 2.1.314. Sie bringt nebenbei eine neue Einstellung permissions.blockWritesOutsideWorkingDirectories mit: Damit verweigern Write, Edit und NotebookEdit in jedem Berechtigungsmodus Pfade außerhalb der Arbeitsverzeichnisse.
Unser Take: Das ist der Albtraum für alle, die ihren Editor mit Extensions vollpacken. Der Name stimmte, der Publisher sah richtig aus, und trotzdem war es Schadsoftware. Wer Cursor nutzt und Claude Code als Extension installiert hat, sollte heute prüfen, nicht erst nächste Woche. Die neue Einstellung gegen Schreibzugriffe außerhalb des Projekts würden wir sowieso einschalten: Sie schützt nicht vor einer bösen Extension, aber sie begrenzt, wo ein Agent etwas kaputtmachen kann.
Quelle: Cursor — Security notice: malicious Claude Code extension
2) Claude Max heißt jetzt Max und Ultra
Anthropic hat am 30.10. die beiden Max-Pläne umbenannt. Aus Max 5x wird „Max“ für 100 $ im Monat, aus Max 20x wird „Ultra“ für 200 $. Am Preis ändert sich nichts. Die eigentliche Neuerung steckt bei Ultra: Verifizierte Konten haben dort kein 5-Stunden-Limit mehr, es gilt nur noch das Wochenlimit mit 10-mal so viel Nutzung wie Pro. Neuere Konten bekommen laut Hilfe-Artikel vorübergehend noch ein 5-Stunden-Limit, bis sie verifiziert sind. Nachschauen kannst du unter Settings → Usage: Fehlt dort der Balken „Current session“, bist du verifiziert. Die Wochenlimits bleiben laut Anthropic unverändert, für Fable gibt es ein eigenes Wochenlimit. Auf der Preisseite steht außerdem neu: Max enthält 100 $ API-Guthaben pro Monat für die Claude-Plattform, Ultra 200 $. Fable ist in beiden Plänen bis zur Hälfte des Wochenlimits enthalten. Max bleibt bei 5-mal Pro, alle 5 Stunden und pro Woche.
Unser Take: Für Claude-Code-Nutzer, die regelmäßig mitten in einer langen Session ins 5-Stunden-Limit laufen, ist Ultra jetzt deutlich interessanter. Wer dagegen eher über die Woche verteilt arbeitet, merkt vom Wegfall wenig, denn das Wochenlimit bleibt. Und wie bei OpenAI vor ein paar Tagen (siehe Ausgabe #7) gibt es API-Guthaben im Abo dazu, ein gutes Budget, um eigene KI-Features zu testen. Was dich Max oder Ultra im Vergleich zu Cursor und Copilot kostet, rechnest du auf syntaxlabor.de/rechner aus.
Quelle: Claude Help Center — What is the Ultra plan?
3) Supabase Explorer und Notebooks: Abfragen, die man wieder laufen lassen kann
Supabase hat am 30.10. zwei Neuerungen vorgestellt. Explorer ist ein neuer Abfrage-Editor, mit dem du Datenbank und Logs an einer Stelle durchsuchst. Er ist für jedes Projekt als Feature Preview verfügbar, du schaltest ihn unter Feature Previews ein, dann ersetzt er den SQL Editor. Notebooks sind Dateien im supabase-Ordner deines Projekts, die gespeicherte Abfragen und Markdown-Notizen kombinieren. Gespeichert werden die Abfragen, nicht die Ergebnisse, das Notebook liefert also beim nächsten Lauf frische Daten. Der Supabase Assistant kann Zellen schreiben und nach deiner Freigabe ausführen. Über die Beta-CLI holst du Notebooks mit supabase notebooks pull ins Repo und schiebst sie mit supabase notebooks push zurück. Laut Supabase kann so auch ein Coding-Agent ein Notebook laufen lassen.
Unser Take: Das ist praktisch für alle, die ihr Backend auf Supabase haben und bei jedem Bug wieder dieselben Abfragen zusammensuchen. Ein Notebook „Warum schlägt der Login fehl?“ im Repo ist Dokumentation und Werkzeug zugleich, und dein Agent kann es beim nächsten Mal selbst ausführen. Weil es Feature Preview und Beta-CLI ist: erst im Testprojekt ausprobieren und darauf achten, welche Rechte der Agent auf die Produktionsdatenbank bekommt.
Quelle: Supabase Blog — Explorer and Notebooks
4) Unity bringt ein offizielles Plugin für Coding-Agents
Google hat am 29.10. einen Plugin-Marktplatz für Antigravity gestartet, und Unity ist einer der Launch-Partner. Das Plugin selbst liegt offen auf GitHub und läuft laut README nicht nur in Antigravity, sondern auch in Claude Code, Codex und Grok. Es bündelt 33 Skills, unter anderem für neue Projekte, UI, 2D-Tilemaps, Physik, In-App-Käufe, Werbung mit LevelPlay, Multiplayer, Lokalisierung, Shader Graph und die Umstellung von der alten Render-Pipeline auf URP. Aktuell ist Version 0.1.8-beta, unterstützt wird Unity 6 und neuer. Viele Skills steuern über die Unity CLI direkt den offenen Editor, legen GameObjects an, ändern Import-Einstellungen und führen C# im Editor aus. Unity warnt im README selbst: Nicht jede Änderung wird protokolliert oder lässt sich im Editor rückgängig machen. Deshalb soll das Projekt unter Versionskontrolle stehen und vor größeren Aufträgen committet werden. Die Lizenz ist die Unity Companion License.
Unser Take: Für Indie-Game-Devs ist das der bisher direkteste Weg, einen Agent wirklich in Unity arbeiten zu lassen, statt nur Skripte zu schreiben und sie selbst reinzukopieren. Gerade die langweiligen Teile wie In-App-Käufe, Werbung oder Lokalisierung sind gute erste Aufgaben. Nimm die Warnung aber ernst: erst committen, dann den Agent loslassen. Und es ist eine Beta, rechne also mit Ecken und Kanten.
Quelle: GitHub — Unity-Technologies/unity-agent-plugin
Mach das heute
Zwei-Minuten-Check zu Pick 1: Auf dem Mac oder unter Linux im Terminal grep -qs svc-telemetry ~/.ssh/authorized_keys && echo "Schlüssel gefunden" || echo "Kein Schlüssel gefunden" ausführen (unter Windows stehen die Schritte in Cursors Warnung). Wird der Schlüssel gefunden, folge den Aufräum-Schritten in Cursors Beitrag, Deinstallieren allein reicht nicht. Danach Claude Code auf 2.1.314 oder neuer aktualisieren und in deiner settings.json unter permissions die Option "blockWritesOutsideWorkingDirectories": true setzen.
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